Mavis Gallant “Grünes Wasser, Grüner Himmel“
Mavis Gallant (1922-2014) war eine kanadische Journalistin und Schriftstellerin, die seit 1950 in Paris gelebt hat.
Ihr Roman erzählt von einer viel zu engen, ungesunden Mutter-Tochter Beziehung. Mutter Bonnie hat durch einen Seitensprung ihren Mann und mit ihm auch alle gesellschaftlichen und finanziellen Vorteile verloren. Sie pendelt mit ihrer Tochter Florence, genannt Flor, zwischen Paris und Venedig hin und her und muss immer wieder neue Geldgeber, neue Unterstützung finden, um dieses Schicki-Micki Leben aufrecht erhalten zu können.
Bonnies große Hoffnung ist Flor, sie ist nicht nur die Zeugin ihre luxuriösen, aber leider verspielten Glanzzeit, sie ist auch eine mögliche Garantie für eine bessere Zukunft. Flor ist das Eigentum ihrer Mutter, an ihr lässt sie ihre Launen und Gefühlsausbrüche aus. Flor ist wie in einem Spinnennetz gefangen, kann sich nicht befreien, um ein eigenes Leben zu führen. Schließlich wird Flor krank und in eine Nervenheilanstalt eingewiesen.
Die bewegende Geschichte von Bonnie und Flor wird von drei verschiedenen Personen aus drei Perspektiven erzählt. Einmal von George, dem jüngeren Cousin von Flor, einmal von Bob, dem späteren Ehemann von Flor, und von Wishart, einem Schmarotzer, einem Gefährten von Bonnie und Mitglied der Schicki-Micki Gesellschaft.
Auch wenn die Autorin die Geschichte von Bonnie und Flor tragisch und erschütternd zeichnet, gibt es doch auch komische Abschnitte, in denen gesellschaftliche Erscheinungen amüsant beschrieben werden.
Interessant!
Lesenswert!
Prof. Münzer-Jordan