Sarah Easter Collins “So ist das nie passiert“

Die Autorin ist in Kent aufgewachsen, sie hat in Exeter Kunst studiert und hat in Botswana, Thailand und Malawi Kunstunterricht gegeben. „So ist das nie passiert“ ist ihr Debutroman, der große Begeisterung und Zustimmung gefunden hat.

Der Roman erzählt von zwei Schwestern, Willa und Laika. Sie wachsen in einer wohlhabenden, nach außen glücklich scheinenden Familie auf. Hinter der Fassade zeigt sich, dass ihre Mutter alkoholkrank und ihr Vater gewalttätig ist. Willa, die Ältere, ist die bevorzugte Tochter des Vaters. Sie ist angepasst und brav, widerspricht nicht, fügt sich. Anders ist Laika, sie widerspricht, sagt ehrlich und offen ihre Meinung, ist selbstbewusst und will frei sein. Ihr Verhalten erregt den Zorn des Vaters, sie wird hart bestraft, wenn die Mutter für sie einschreitet, schlägt sie ihr Mann. Willa versteht Laika manchmal nicht.

Eines Tages, nachdem es zu einer fürchterlichen Auseinandersetzung zwischen Laika und dem Vater gekommen ist, verlässt Laika das Elternhaus. Anfangs nur, um Abstand zu gewinnen, und vielleicht doch in der Hoffnung, dass sie zuhause fehlen könnte.

Seitdem ist sie verschwunden und alle suchen erfolglos nach ihr. Den Vater lässt das kalt, Willa und ihre Mutter leiden sehr. Willa sucht auch nach zwanzig Jahren noch nach ihrer Schwester. Oft glaubt sie, Laika gesehen zu haben, immer wieder wird sie enttäuscht. Sie vergisst sich selbst und verliert den Kontakt zu ihren Liebsten.

Die Geschichte wird von vielen verschiedenen Figuren erzählt, aus ihrer jeweiligen Perspektive und nach ihren Erinnerungen. Dabei zeigt sich, wie unrichtig, verändert und unzuverlässig unsere Erinnerungen sind.

Bei einer Dinnerparty beginnt die Veränderung. Vieles klärt sich auf.

Sara Easter Collins ist ein großartiges Debut gelungen. Das Buch ist gut zu lesen, spannend, berührend, zum Nachdenken anregend. Die Charaktere sind überzeugend dargestellt.

Sehr, sehr lesenswert!!!

Prof. Münzer-Jordan

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