Reinhard Kaiser-Mühlecker “Brennende Felder“

Reinhard Kaiser-Mühlecker ist 1982 in Kirchdorf an der Krems, in Oberösterreich geboren. Er studierte in Wien und führt heute die Landwirtschaft seiner Vorfahren. Er hat bedeutende Romane verfasst. „Fremde Seele, dunkler Wald“ und „Wilderer“ sind die beiden ersten Bände einer Trilogie, „Brennende Felder“ ist der dritte und letzte Teil. Die Trilogie erzählt vom Schicksal der Geschwister Fischer, nämlich Alexander, Jakob und Luisa. Der Autor erhielt den Bayerischen Buchpreis und vor kurzem auch den Österreichischen Buchpreis.

„Brennende Felder“ wird aus der Perspektive von Luisa Fischer, der Hauptfigur des Romans, erzählt. Luisa wächst mit ihren Brüdern Alexander und Jakob auf einem Bauernhof auf. Sie hat ihr Heimatdorf verlassen, mit ihrer Familie gebrochen. Luisa hat zwei Kinder, die aber bei ihren Vätern im Ausland, Schweden und Dänemark, leben und die sie von Zeit zu Zeit besucht.

Luisa verliebt sich in ihren Stiefvater, der sie aber zurückweist. Viele Jahre, nachdem Luisa ihr Elternhaus verlassen hat, sucht er Kontakt zu ihr. Von da an leben sie zusammen. Luisa, die von Stimmungsschwankungen bestimmt ist, sieht sich selbst als minder und leer und glaubt, dass sie ohne Mann nichts gilt. Ihre Sehnsucht treibt sie immer weiter, weil sie hofft, dass mit dem nächsten Geliebten, dem nächsten Beruf, dem nächsten Ort ihre Wünsche und Vorstellungen wahr werden. Sie sieht die Ursachen für das Scheitern ihrer Beziehungen nur bei den anderen. So ist Luisa eine ständig getriebene, rastlose, immer suchende Frau.

Als Bob, der Stiefvater, umkommt, fängt sie wieder eine neue Beziehung an mit Ferdinand Goldberg. Er lebt mit Anton, seinem behinderten Sohn. Luisa ist wieder voll Hoffnung, sie zieht zu Ferdinand und kann Anton für sich gewinnen. Sie schreibt an einem Buch, von dem sie hofft, dass es allen anderen, die sie verkennen, zeigen wird, wer sie wirklich ist!

Aber auch diese Beziehung endet tragisch.

Dem Autor ist die Beschreibung von Luisa sehr gut gelungen. Er stellt sie als eine Frau dar, die ständig um sich selbst kreist, alles auf sich bezieht und unfähig ist, Empathie für andere zu fühlen.

Schön sind die Naturbeschreibungen in sprachlichen Bildern mit großer Beobachtungsgabe.

Sehr lesenswert!!

Prof. Münzer-Jordan

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