Elena Fischer „Paradise Garden“
Die Autorin Elena Fischer ist 1987 geboren, sie lebt mit ihrer Familie in Mainz. Sie hat Komparistik und Filmwissenschaften studiert. Mit „Paradise Garden“, ihrem Debutroman, gewann sie den Literaturförderpreis der Landeshauptstadt Mainz.
Billie, die tatsächlich Erzsebet heißt, lebt mit ihrer Mutter Marika in einer großen, ärmlichen Wohnsiedlung. Billies Mutter verdient wenig, obwohl sie zwei Jobs hat. Sie meistert ihren Alltag mit viel Fantasie, Mut und Optimismus, ihr Lebensmotto heißt „Hauptsache frei“. Über ihren Vater weiß Billie fast nichts und es gibt keinen Kontakt zwischen ihnen. Aber es gibt die Nachbarn, die auch ihre Freunde sind, wie Uta, Luna, die oft nachts Torten bäckt, und den Palästinenser Ahmed. Sie helfen einander und machen sich gegenseitig Mut in ihrer armseligen, sehr begrenzten Welt.
Billie hat eine Schulfreundin Lea, sie kommt aus einer wohlhabenden Familie, ihre Mutter ist nicht berufstätig, aber karitativ tätig.
Als Billie und ihre Mutter einen kleinen Geldbetrag gewinnen, planen sie einen Urlaub, auf den sie sich sehr freuen, weil sie alle bisherigen Urlaube auf der Veranda vor ihrer Wohnungstür verbracht haben. Dort gibt es stundenweise Sonnenschein und der war die Grundlage für ihre Urlaubsgefühle.
Aber der ersehnte Urlaub kommt nicht zustande, weil Billies Großmutter, die in Ungarn lebt, krank geworden ist. Sie kommt nach Deutschland zu ihrer Tochter Marika, weil sie glaubt, dass ihr nur hier geholfen werden kann. Die Großmutter bezieht Billies Zimmer, sie terrorisiert die kleine Familie und kritisiert ständig Billies Mutter.
Als Billies Mutter in einem Streit unglücklich stürzt, verletzt sie sich schwer und stirbt. Eine Zeit lang lebt Billie mit ihrer Großmutter, aber dann, am Vorabend ihres fünfzehnten Geburtstages, macht sie sich mit dem alten Auto ihrer Mutter auf die Reise. Sie will ihren Vater suchen. Sie besteht, völlig auf sich allein gestellt, viele Abenteuer und findet zuletzt ein neues Zuhause.
„Paradise Garden“ ist übrigens der Name des Eisbechers, den Billie und ihre Mutter sich manchmal leiste, wenn am Monatsletzten etwas Geld übriggeblieben ist.
Der Roman ist in einer leicht lesbaren Sprache geschrieben, er ist unterhaltsam, spannen und vermittelt Hoffnung und Zuversicht.
Sehr lesenswert!!!
Prof. Münzer-Jordan