Kim Hye-Jin “Ein menschlicher Fehler“

Kim Hye-Jin ist eine koreanische Schriftstellerin, die 1983 in Daegu geboren wurde. Für ihre Romane erhielt sie 2020 neben anderen Preisen den Daesan-Literaturpreis, die wichtigste Auszeichnung in Südkorea.

Der Roman „Ein menschlicher Fehler“ spielt in Seoul, die Hauptfigur ist Hae-Su, eine Psychotherapeutin. Die Handlung wird aus ihrer Sicht erzählt.

Hae-Su, eine erfolgreiche Therapeutin, arbeitet in einem Therapiezentrum. Sie hat in einem Auftritt im Fernsehen, bei dem es um den Schauspieler Pak Dseong-Gi ging, diesen als „unhöflichen, verantwortungslosen, unverbesserlichen und erbärmlichen Kerl“ bezeichnet. Dieser hatte seine Schulden nicht beglichen und war Kollegen gegenüber gewalttätig geworden. Einige Monate später begeht Pak Dseong-Gi Selbstmord.

Diese Ereignisse führen zu einer Welle von Hasskommentaren und Drohungen gegen Hae-Su. Sie wird vom Therapiezentrum gekündigt und verliert ihr Ansehen als Therapeutin. Ihr Partner trennt sich von ihr und zu ihren Freundinnen verliert sie den Kontakt.

Hae-Su zieht sich zurück, sie verlässt ihr Haus nur mehr, wenn es finster ist, und meidet möglichst jeden Kontakt zu anderen Menschen, weil sie immer wieder erkannt und auf die Ereignisse angesprochen wird.

Sie verfasst Briefe an ihre beste Freundin, an ihren ehemaligen Chef, an die Mutter des toten Schauspielers, aber sie schickt alle diese Briefe nicht ab.

Zufällig lernt sie Se-I, ein zwölfjähriges Mädchen kennen, das eine kranke Katze betreut, der es den Namen Rübe gegeben hat. Auch Se-I ist eine Außenseiterin, sie wird von ihren Klassenkameradinnen gemobbt. Zwischen den beiden entwickelt sich allmählich eine tiefe Beziehung, die beide nach und nach aus ihrer Einsamkeit herausführt. Gemeinsam betreuen sie Rübe, die Katze. Für beide gibt es Hoffnung auf einen Neuanfang.

„Ein menschlicher Fehler“ ist eine berührende, feinsinnige Erzählung und voll Hoffnung.

Lesenswert!

Prof. Münzer-Jordan

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