Sorj Chalandon “Wilde Freude“

Sorj Chalandon ist ein bedeutender französischer Autor. Er ist bekannt für seine Kriegsreportagen und arbeitet zurzeit bei der Wochenzeitung „Le Canard enchaine“. Er ist 1952 geboren und hat einige renommierte Literaturpreise erhalten. Bekannte Romane sind „Die Legende unserer Väter“, „Die vierte Wand“, „Verräterkind“ und „Am Tag davor“.

Erzählt wird die Geschichte von vier Frauen: Brigitte, Assia, Melody und Jeanne, letztere ist die Ich-Erzählerin.

Jeanne, eine in Paris lebende Buchhändlerin erhält die Diagnose Brustkrebs. Von da an verändert sich ihr ganzes Leben. Sie verlässt ihren Mann Matt, der die Begleitumstände ihrer Krankheit „abstoßend“ findet und meint: „Mir ist die Krankheit zu viel“ und „Ich schaffe das nicht“. Jeanne hat erkannt, dass sie ihren Krebs nur besiegen kann, wenn sie ihre Stellung „mit dem Rücken zur Wand“ verändert.

Bei einer Chemotherapie-Sitzung lernt sie Brigitte mit ihrer Lebensgefährtin Assia kennen und sie zieht zu ihnen in eine Wohngemeinschaft, zu der auch Melody gehört.

Die vier Frauen unterstützen einander, ihr Umgang ist einfühlsam und verständnisvoll, aber nicht mitleidig.

Melody ist verzweifelt, ihr Ex-Ehemann hat die gemeinsame Tochter nach Russland entführt und fordert nun 100 000 Euro. Die vier Frauen beschließen, diesen Betrag „zu beschaffen“. Sie planen einen Überfall auf ein bekanntes Pariser Juweliergeschäft. Ihr Plan, der sorgsam und minutiös vorbereitet ist, gelingt und die vier Täterinnen werden nicht entdeckt.

Trotz allem nimmt die Geschichte eine überraschende Wendung.

Sorj Chalandon ist ein spannendes und auch berührendes Buch gelungen. Seine Beschreibungen der vom Schicksal schwer getroffenen kranken Frauen sind liebevoll, einfühlsam, aber nicht ohne Humor. Sie bilden den Weg der Frauen aus Abhängigkeit zur Selbständigkeit, Eigenermächtigung und Eigenverantwortung ab.

Sehr lesenswert!!

Prof. Münzer-Jordan

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