Percival Everett “James“
Percival Everett wurde 1956 in Greorgia, USA geboren. Er ist Schriftsteller und unterrichtet englische Literatur an der University of Southern Carolina. Er hat zahlreiche Preise erhalten und über zwanzig Romane veröffentlicht. Für „James“ hat er den Booker-Prize erhalten.
„James“ ist eine Adaption von Mark Twains „Die Abenteuer des Huckleberry Finn“, 1884 erschienen. Dieses Buch gilt für viele Amerikaner als Verkörperung des „American Dream“. Bei Perceval Everett wird die Geschichte jedoch aus der Perspektive des Sklaven Jim erzählt. Im Hintergrund beginnt der Krieg zwischen den Nord- und Südstaaten der USA.
Jim, der eigentlich James heißt, ist der Sklave von Miss Watson. Der lebt mit seiner Frau Sadie und seiner neunjährigen Tochter Lizzie zusammen. Jim kann lesen und schreiben, er hat es sich selbst beigebracht und oft heimlich in der Bibliothek von Richter Thatcher gelesen. Er spricht jedoch redebrechend in der „Sklavensprache“, weil er weiß, dass dann die weißen Herren seine Bildung nicht erkennen und sich so ungehindert gut und überlegen fühlen. Er lehrt diesen Slang auch den Kindern der Sklaven.
Eines Tages hört er, dass Miss Watson ihn, ohne Sadie und Lizzie verkaufen will. Er flüchtet auf eine kleine Insel des Mississippi. Dort versteckt er sich und trifft auf Huck, der vor seinem prügelnden Vater ebenfalls geflüchtet ist.
Für Jim beginnt eine abenteuerliche, von Angst, Gewalt und Verrat bestimmte Flucht.ER und Huck verlieren einander, treffen aber immer wieder aufeinander. Jim wird überall gesucht, als entlaufener Sklave droht ihm, wenn er gefasst wird, die Todesstrafe. Er fährt auf einem selbst gezimmerten Floß den Mississippi hinunter, sein Ziel ist der Norden, weil es dort keine Sklaven gibt. Seine Familie möchte er später nachholen.
Jim trifft auf eine Musikergruppe, deren Teilnehmer fast alle wei0ß sind, aber mit Schuhcreme ihre Haut schwärzen, um als Nigger Musik zu machen. Auch Jim wird geschwärzt und tritt als Sänger auf. Er wird jedoch entdeckt und seine Flucht geht weiter.
Auch zwei weiße Bürger, die ihm ein Geschäft anbieten, nämlich ihn zu verkaufen, um ihm anschließend bei der Flucht zu helfen und den Erlös mit ihm zu teilen, betrügen ihn. Er flieht ohne ihre Hilfe, wird aber vorher von seinem neuen Herrn mit der Peitsche geschlagen und kann nur mit Mühe engkommen.
So reiht sich ein Abenteuer an das andere, bis es Jim doch gelingt, in den Norden zu entkommen. Der Roman schließt mit einem aufregenden, spannenden Ende.
Die Geschichte von Jim und die der Sklaverei in den Südstaaten der USA ist ungemein brutal, rücksichtslos, unmenschlich. Es ist erschütternd, wie viele der weißen Besitzer ihre Sklaven behandelt haben.
Ein erschütterndes, spannendes Buch.
Lesenswert!!
Prof. Münzer-Jordan