Jo Browning Wroe „Der Klang der Erinnerung“

Jo Browning Wroe hat Creative Writing studiert, was sie auch in Cambridge unterrichtet. „Der Klang der Erinnerung“ ist ihr erster Roman, der gleich auf der Bestsellerliste landete.

William Lavery, der mit neunzehn Jahren gerade seine Ausbildung als Einbalsamierer abgeschlossen hat, reist in das walisische Aberfan, in dem ein Erdrutsch eine Grundschule unter sich begraben hat. Dort hilft er beim Einbalsamieren der Toten und begegnet unermesslichem Leid, das ihn traumatisiert.

Im Laufe des Romans erfahren wir in vielen Rückblenden, dass Williams Vater früh verstorben ist und sein Onkel mit seinem Lebensgefährten das familiäre Bestattungsunternehmen weiterführt. William ist begeisterter Sänger und beginnt auf Anregung seiner Mutter eine Schulausbildung in Cambridge, wo sein Gesangstalent gefördert und geschätzt wird und er sogar als Chorknabe in den berühmten Chor aufgenommen wird.

Seine Verbindung zu seiner Mutter ist sehr innig, aber leider versucht diese ihren Sohn von seinem Onkel abzuschotten, da sie nicht möchte, dass William Bestatter wird, sie träumt von einer Sängerkarriere.

Bei Williams erstem großen Solo in Cambridge kommt es zu einer familiären Konfrontation, die William seiner Mutter entfremdet, auch seinen Schulfreund Martin verliert er und er beschließt, Einbalsamierer und nicht Sänger zu werden.

Durch die tragischen Ereignisse in Aberfan verliert William seine Zuversicht, er wird unsicher, verschließt sich anderen gegenüber, will den Schmerz nicht zulassen. Erst langsam findet er den Weg ins Leben zurück, nimmt Kontakt mit seiner Mutter auf, trifft seinen alten Freund Martin, hilft anderen und beginnt auch zu singen.

Der Debutroman von Jo Browning Wroe zeichnet mit großer Empathie die Rückkehr Williams ins Leben nach. Ihm gelingt es schließlich mit der Hilfe anderer, sein Trauma zu überwinden und Bindungen zuzulassen.

Ein ungewöhnliches und berührendes Buch.

Lesenswert!

Prof. Münzer-Jordan

Zurück