Eva Schmidt “Die untalentierte Lügnerin“
Der Roman “Die untalentierte Lügnerin“ von Eva Schmidt erzählt einen Ausschnitt aus dem Leben von Maren. Maren ist eine junge Frau, deren Wunsch, Schauspielerin zu werden, nicht in Erfüllung gegangen ist und die wieder im Haus ihrer Eltern lebt.
Marens Mutter ist eine dominante, ewig kritische, erfolglose Künstlerin und lebt mit Robert, Marens Stiefvater, einem reichen Unternehmer. Die Beziehung Marens zu ihrer Mutter ist voll Spannung und gegenseitigem Unverständnis, sodass Maren wieder auszieht.
Sie arbeitet in einem Museum, hat wenige, meist unverbindliche Beziehungen wie die Freundschaft zu Lisa oder Alex.
Als ihr Stiefvater Robert ihre Mutter verlässt, um ein neues Leben zu beginnen, wagt auch Maren den Versuch, aus dem Scherbenhaufen ihres bisherigen Lebens ein ganz anderes Lebenskonzept zu entwerfen und in die Tat umzusetzen. Sie zieht aus, lernt Fotografieren und findet eine Anstellung als Assistentin eines bekannten Fotografen.
In dieser Tätigkeit findet sie Freude und Sinn. Sie engagiert sich. Zwischen Thomas, dem Fotografen, und ihr entsteht über ihre Arbeitsbeziehung hinaus auch Freundschaft und Zuneigung.
Es gibt einen überraschenden Schluss, mit dem Maren ihre Absicht festlegt, nie mehr zu lügen.
Ein Roman, der nicht durch Absonderlichkeiten oder Sensationen beeindruckt, sondern dessen Wert in der Art der Verwendung der Sprache und der Erzähltechnik der Autorin liegt.
Eine flüssige, berührende Erzählung über Sehnsucht und Unfähigkeit nach Nähe, über den Wert von Sinn- und Zielfindung im Leben.
Lesenswert!
Prof. Münzer-Jordan