Jessica Lind “Kleine Monster“
Die Autorin dieses Buches ist 1988 in St. Pölten geboren. Sie hat an der Filmakademie Wien studiert und einige Drehbücher geschrieben. „Kleine Monster“ ist ihr zweiter Roman. Derzeit lebt sie mit ihrer Familie in Wien.
Jakob und Pia sind die Eltern des kleinen, siebenjährigen Luca. Als sie von Lucas Lehrerin in die Schule gerufen werden, erfahren sie, dass Luca „etwas Schlimmes“ mit seiner Mitschülerin Alena angestellt haben soll. Es gelingt den Eltern nicht herauszufinden, was wirklich passiert ist, denn Luca schweigt.
Jakob und Pia sehen den Vorfall sehr unterschiedlich. Für Jakob ist alles halb so wild. Seiner Meinung nach kann ein Siebenjähriger nichts so Schlimmes angestellt haben. Er gibt Luca Zeit, darüber zu sprechen, und versucht sich in ihn einzufühlen.
Pia misstraut ihrem Sohn von Anfang an. Sie übt Druck auf ihn aus, versucht ihn zu manipulieren und vermutet hinter jedem Verhalten von Luca Schuld, Unehrlichkeit, List.
Nach und nach rückt Pia in den Mittelpunkt der Erzählung. Es geht um sie und den Unfalltod ihrer kleinen Schwester Linda, an dem damals ihre Familie zerbrochen ist. Pias Familie hat aus ihren Eltern, ihrer Adoptivschwester Romi und der kleinen Linda bestanden. Romi, die Zeugin des Unfalls war, hat wenig später die Familie verlassen und jeden Kontakt abgebrochen. Aber Pia beschäftigt sich immer noch mit dem Leben von Romi, sie versucht zu verstehen, was damals geschehen ist.
Pia ist von den dramatischen Erlebnissen in ihrer Kindheit schwer belastet, sie hat Mühe, zwischen ihrem Erleben und Luca zu unterscheiden. Erst allmählich kann sich diese Verstrickung auflösen.
„Kleine Monster“ ist in interessantes Buch über das Verhalten von Eltern, die sich ihre eigene, von traumatischen Erlebnissen beschwerte Kindheit nicht eingestehen und daher nicht verarbeiten können.
Spannend! Interessant!
Prof. Münzer-Jordan