Iwan Turgenjew "Väter und Söhne"

Turgenjews Roman, der im selben Jahr erschien, in dem Zar Alexander II die Leibeigenschaft abschaffte, stellt die ältere Generation der Väter, Nikolai Petrowitsch und Wassilij lwanowitsch, der jüngeren Generation der Söhne, Arkadij und Basarow, gegenüber.

Arkadij besucht seinen verwitweten Vater und bringt seinen Freund Basarow mit. Bei diesem Besuch trifft die ältere, oft sentimentale und doch vor allem auf das eigene Wohl bedachte Generation auf eine nüchtern denkende, pragmatische und Gefühle leugnende Jugend, wobei Basarow ein typischer Vertreter dieser Jugend ist. Arkadij bewundert seinen Freund, aber sein Vater kann wenig mit ihm anfangen.

Gemeinsam machen die beiden Studenten einen weiteren Besuch bei einem Verwandten in einer nahen Stadt, wo sie Frau Odinzowa kennen lernen, auf deren Landsitz sie sich eine Zeitlang aufhalten. Beide Freunde verlieben sich heftig in Frau Odinzowa, aber während sich Arkadij der Aussichtslosigkeit seiner Liebe bewusst ist, erklärt Basarow Frau Odinzowa seine Liebe und wird abgewiesen.

Nun machen die Freunde einen Besuch bei Basarows Eltern, die überglücklich sind, ihren Sohn wiederzusehen, dieser jedoch lässt ihre Fürsorge nur sehr mürrisch über sich ergehen. In Basarows vertrauter Umgebung wird deutlich, dass dieser seine Gefühle unterdrückt, sie sind ihm lästig. Auch seine Liebe zu Frau Odinzowa ist ihm unangenehm.

Arkadij besucht Frau Odinzowa ein zweites Mal ohne seinen Freund und verliebt sich während seines Aufenthaltes in ihre jüngere Schwester. Die beiden wollen heiraten. Basarow hingegen infiziert sich bei der Obduktion eines Mannes und stirbt in seinem Elternhaus.

Die Geschichte der beiden Freunde endet so, wie Arkadij nie vermutet hätte; Die nüchterne, distanzierte und perfektionistische Intelligenz seines Freundes Basarow hat diesem kein Glück gebracht, während Arkadij selbst durch seine Bereitschaft, Kompromisse zu schließen, tolerant zu sein und auf seine Gefühle zu hören, zwar in die Fußstapfen seines Vaters tritt, aber dennoch glücklich wird.

Turgenjew gehört zu den bedeutendsten Vertretern des russischen Realismus im 19. Jahrhundert. „Väter und Söhne" ist eines seiner Hauptwerke. Es zeichnet sich durch viele Dialoge aus, die das Geschehen vergegenwärtigen und lebendig machen. Obwohl 1861 geschrieben, ist der Roman auch heute gut verständlich und lesbar.

Empfehlenswert.

Prof. Münzer-Jordan

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