Martina Hefter „Hey guten Morgen, wie geht es dir“

Martina Hefter lebt in Leipzig. Sie ist als Schriftstellerin und Performerin tätig. Sie hat bisher drei Romane und fünf Gedichtbände veröffentlicht. Martina Hefter hat 2024 den Deutschen Buchpreis für dieses Buch erhalten.

Erzählt wird in ihm von Juno Isabella Fleck, von ihrer Beziehung zu Jupiter, ihrem Ehemann, und von Benu, dem Love-Scammer aus Nigeria. Die Themen, die dem Buch zu Grunde liegen, sind Junos Einsamkeit in einer sich entzweienden Beziehung, die Sehnsucht nach einem erfüllten Leben, Krankheit und Tod und als Ersatz die Kunst und viele Träumereien, die von Größenwahn geprägt sind.

Juno, Balletttänzerin und Schauspielerin, lebt mit ihrem an Multipler Sklerose erkrankten Mann Jupiter zusammen. Jupiter ist an den Rollstuhl gefesselt, sein Zustand verschlechtert sich laufend. Juno ist mit der Bewältigung des Alltags beschäftigt und sie macht unermüdlich Dehn- und Kraftübungen, Sie ist über 50 Jahre alt und sehnt sich nach einem aufregenden und erfüllten Leben.

Auf Instagram erhält sie ständig Kontaktanbahnungsversuche. Manche beantwortet sie, obwohl sie weiß, dass diese Männer Betrüger sind. Sie geben sich eine falsche Identität und versuchen mit Komplimenten und Liebesversprechen die Herzen und Konten von liebesbedürftigen Frauen zu gewinnen. Juno hat Spaß daran, mit ebenso verlogenen Antworten diese Betrüger zu verunsichern, bis sie schließlich aufgeben. Auch sie nützt den Austausch, um eine andere zu sein.

Auch Benu, der sich als Bewohner einer Stadt in Nigeria ausgibt, ist so ein Kontaktsuchender. Aber trotz Junos Misstrauen tauschen sie ihre echten Namen aus und haben Kontakt über Videocall, Benu wird ein Teil ihres Lebens.

Neben Jupiter und Benu gibt es für Juno den Tanz und die Schauspielerei als lebenserhaltende Möglichkeiten, sich selbst darzustellen Ihnen gilt ihre größte Liebe.

Der Roman „Hey guten Morgen, wie geht es dir?“ ist ein Text für unsere Zeit, das „Instagram-Zeitalter“. Er ist kurzweilig geschrieben, interessant sind die Hintergründe, die Juno zu dieser Art von Kontakt bringen.

Lesenswert!

Prof. Münzer-Jordan

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