Klaus Merz „Der Argentinier“

Klaus Merz ist 1945 in Aarau geboren Er lebt als freier Schriftsteller in der Schweiz. Als Merkmal seiner Schriften gilt seine als dicht, eindringlich und poetisch bezeichnete Erzählweise. Er gehört zu den einflussreichen, prägenden Autoren der deutschsprachigen Literatur. Er wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Friedrich-Hölderlin-Preis für sein Gesamtwerk.

Erzählt wird die Geschichte von Johann Zeiter von seiner Enkelin Lena, die bei einem Klassentreffen einen alten Schulkameraden trifft, dem sie vom Leben ihres Großvaters erzählt.

Johann Zeiter reizt das Abenteuer, er liebt das Fremde und er will – es ist kurz nach dem Zweiten Weltkrieg – weg von der „auf Grund gelaufenen Welt“.

Er fährt nach Argentinien, um sich seinen Traum vom Gaucho, ein berittener Rinderhirte, zu erfüllen. Amelie, seine Verlobte, hat er zurückgelassen. Nach zwei Jahren als Gaucho, geplagt von einem fürchterlichen Heuschnupfen und enttäuscht von der Viehtreiberei, die nichts mit Gaucho Romantik zu tun hat, zieht er nach Buenos Aires weiter. Dort wird er ein ausgezeichneter, erfolgreicher Tangotänzer. Mit Mercedes, seiner Tanzpartnerin, verbindet ihn eine heftige Liebesgeschichte.

Schließlich kehrt er nach Hause zu Amelie zurück. Sie wird seine Lebenspartnerin. Er wird zeitlebens der Argentinier genannt.

Johann Zeiter hat nie wieder Tango getanzt, er hält so sein Treueversprechen an Mercedes - nur bei der Hochzeit seiner Enkelin macht er eine Ausnahme.

„Der Argentinier“ ist in einer schönen, dichten Sprache erzählt. Es geschehen keine weltbewegenden Dinge, vielmehr geht es um den Lebensentwurf von Johann Zeiter, der von seinen gelebten Träumen und seinem Versuch, einen möglichen Weg zum Glücklichsein zu finden, erzählt.

Sehr, sehr lesenswert!!

Prof. Münzer-Jordan

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