Susan Kreller „Das Herz von Kamp-Cornell“
Die renommierte Jugendbuchautorin Susan Kreller wurde 1977 geboren, studierte Germanistik und Anglistik und promovierte über deutschsprachige Übersetzungen englischer Kinderlyrik. Für ihren Roman „Schneeriese“ wurde sie mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.
„Das Herz von Kamp-Cornell“ ist ein Jugendkriminalroman, in dem es um ein mysteriöses Haus und um ein Familiengeheimnis geht.
Mit einem Brief, den Edins Mutter Ann von ihrem Vater erhält, fängt alles an. Der Brief besteht aus nur zwei Worten: „Zu spät“. Diese Nachricht veranlasst Ann, ihre drei Schwestern anzurufen, zu denen sie den Kontakt abgebrochen hatte und so erfährt Edin, dass er drei Tanten, einen Großvater, drei Cousinen und einen Cousin hat, von denen er bis jetzt nichts wusste.
Gemeinsam fährt die Großfamilie nach Kamp-Cornell und quartiert sich im Haus des Vaters und Großvaters Viktor ein, der sehr gebrechlich und apathisch ist. Bisher wurde Viktor von den Dorfbewohnern versorgt, die im Haus aus- und eingehen, aber schon bald von der Familie vertrieben werden. Das Haus, in dem sie wohnen, ist äußerst unheimlich – es gibt seltsame Zeichen an der Wand, eingeritzte Initiale auf Tischen, Räume, die nicht betreten werden dürfen, und häufige Stromausfälle.
Im Bemühen, die rätselhaften Vorkommnisse zu verstehen, wachsen die unterschiedlichen Jugendlichen zusammen und verbünden sich auch mit Einwohnern aus Kamp-Cornell, bis es ihnen schließlich gelingt, das Geheimnis zu lüften.
Dieser Jugendkrimi lebt vor allem durch die gelungenen Charakterzeichnungen der fünf Cousins und Cousinen, die dem Leser ans Herz wachsen, allen voran Johnny, der weiße Gegenstände anfassen muss, um sich in dieser chaotischen Umgebung sicher zu fühlen.
Auch die Sprache des Buches ist ungewöhnlich und lädt zu unterschiedlichen Assoziationen ein. So lautet der allererste Satz des Buches: „Die Briefmarke war nicht abgestempelt und hatte den Tod zwischen den Zähnen.“
Ein gelungener Krimi, der zeigt, dass wir gemeinsam unsere Angst überwinden und uns Schwierigkeiten erfolgreich stellen können.
Prof. Münzer-Jordan